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05. 06. 2026
Karl (44 Jahre):
"Sie müssen sofort da bleiben, Sie schweben in Lebensgefahr."
Meine Geschichte fängt einmal damit an, dass ich von Seiten des Arbeitsmarktservice Wien und der Kurinstitution in Wien aufgefordert wurde, mich wegen der damaligen Pandemiegesetze gegen Covid impfen zu lassen. Da ich aufgrund einer Schultererkrankung im Jahr 2020–2021 vom MRT-Institut in Wien einen Einriss in der Supraspinatussehne und andere Gelenkserkrankungen diagnostiziert bekam, hätte ich keine schweren Arbeiten durchführen sollen.
Nebenbei habe ich auch einen Bruder, der seit 2004 wegen eines unverschuldeten Unfalls im Rollstuhl sitzt und aufgrund seiner Verletzungen ein Risikopatient wurde und bis heute ist. Diesen wollte ich im Falle einer Erkrankung nicht anstecken, da dies seinen Tod hätte bedeuten können.
Am 18.5.21 wurde ich von meinem Hausarzt mit der ersten Impfung (AstraZeneca Vaccine) geimpft und anfangs waren es eigentlich ganz normale Anzeichen einer leichten Reaktion meines Körpers (leichtes Fieber, Müdigkeit und leichte Schmerzen an der Einstichstelle).
Am 31.5.21 wurde ich mit der Rettung in die Notaufnahme wegen Bein-, Brust-, Becken-, Kreuz- und Hüftschmerzen, Lähmungserscheinungen und Kreislaufproblemen gebracht.
Ich lag auf einer Krankenhausliege und wartete Stunden, bis einmal ein Arzt Zeit hatte und mich ansah. Es wurde noch am gleichen Abend (31.5.) ein Blutbild gemacht, das dem Arzt die Haare aufstellen ließ. Er wurde leicht panisch (hatte ich zumindest das Gefühl) und er sagte: “Sie müssen sofort da bleiben, Sie schweben in Lebensgefahr.” Mehr kam nicht von ihm heraus. Ich wusste anfangs gar nicht wirklich, wie mir geschah. Das Zweite, was er mich fragte, war, ob ich illegale Substanzen eingenommen habe. Ich verneinte das und gab bekannt, dass ich die Covid-Impfung zwei Wochen zuvor erhalten habe (AstraZeneca). Ich hatte das Gefühl, dass er mir das nicht ganz glauben wollte, aber er sagte nichts mehr dazu. Ich wusste da auch noch nicht, warum ich in Lebensgefahr war.
Ich gab dem Arzt zu verstehen, dass ich nach Hause müsse wegen Kleidung usw. und dann gleich wieder ins Krankenhaus kommen würde. Misstrauisch stimmte er mir zu und ich musste ihm versprechen, spätestens am nächsten Morgen in der Notaufnahme zu sein wegen Blutbild und stationärer Aufnahme. Gesagt, getan. Ich ging wieder nach Hause und informierte meine Eltern, die sich natürlich dann Sorgen machten, aber es blieb mir nichts anderes übrig.
Als ich dann zu Hause ankam, packte ich meine Sachen und bekam auf einmal einen Schmerzanfall, den ich so noch nie erlebt habe. Es fühlte sich an, als wären es Schnitte vom Messer und Stromschläge von einem Elektroschocker. Ich fiel daraufhin zu Boden und konnte weder die Beine noch sonst etwas bewegen. Das Einzige, was ich noch konnte, war das Handy zu nehmen und den Notruf zu wählen. Die Rettung kam wieder und fuhr dann erneut in das gleiche Krankenhaus, wo ich aber gleich in einen Akutbehandlungsraum kam und der Blutdruck beim Messen sehr, sehr hoch war. 200/irgendwas.
Ich bekam dann etwas verabreicht, das zwar kurzfristig half, aber eben nur ein oder zwei Stunden. Dann ging die Hölle mit den Schmerzen von vorne los. Angesichts dessen, dass mein Blutbild fast nur mehr rote Zahlen aufzeigte, wurde ich in die kardiologische Abteilung gebracht. Ich wusste aber noch immer nicht, was los war.
Im Zimmer angekommen wurde ich wegen irgendwelcher illegaler Substanzen gefragt und da war ich schon etwas launischer und habe das verneint. Ich habe gerne Sport gemacht, aber ehrlichen Sport. Das heißt, ich habe gerne gegessen und dies dann mit Sport verarbeitet und das war’s. Vor allem habe ich selbst einen Bruder, der durch einen unverschuldeten Unfall fast sein Leben verloren hätte und heute ein Pflegefall ist und genau das ermutigt mich, nie solche Substanzen anzufassen.
In den zwei bis drei Tagen ging es mir immer schlecht. Mein Urin war dunkelbraun, die Schmerzen waren so schlimm, dass ich mich kaum im Bett umdrehen konnte und den Bettheber benötigte, um essen zu können. Und leider sollte das nur der Anfang meiner problematischen Situation sein, denn es entstand noch in der ersten Woche eine beidseitige Lungenembolie.
Und spätestens dann bekam ich einen kleinen launischen Anfall und verlangte die Aussprache mit dem Arzt, um zu erfahren, was mein Problem ist. Nach einer Nacht auf dem Boden zu schlafen (mit Matratze) wegen der Lungenembolie (Widerstand beim Atmen) kam dann der Arzt und sagte mir, was Sache sei. Da erfuhr ich, dass ich eine Lungenembolie, eine wahrscheinliche Herzklappenproblematik und einen Muskeluntergang hätte.
Er erklärte mir, dass es sich um meine Skelettmuskulatur handelt, die sich auflöst und dass das der Grund sei, warum mein Urin braun sei. Meine Skelettmuskulatur baute so stark ab, dass der Muskelstoff Myoglobin aus meinem Körper über den Harn austrat und ich deswegen so viel Flüssigkeit (9 Liter) einnehmen müsse. 6 Liter über die Infusion und 3 Liter trinken.
Wegen der Lungenembolie wurde das Medikament Xarelto eingeleitet und ich bekam noch Herztabletten (Concor). Gegen den Muskeluntergang bekam ich auch noch Kortison wegen Schmerzen und Entzündungen, die im Ultraschall ein Feuerwerk darstellten (der Kreatin-Kinase-Wert war von 180 U/L auf 150.000 U/L angestiegen und das über mehrere Tage hinaus).
Am 5.6.21 wurde ich dann per Krankentransport in eine Universitätsklinik überstellt, wo ich dann mein Leiden weitere vier Wochen hatte. Ich saß vier Wochen im Rollstuhl, musste mich einer Muskelbiopsie unterziehen, lag jeden dritten Tag in der Röhre (MRT, PET-CT, CT) und bekam dann die Nachricht, dass ich auch Diabetiker sei. Ich dachte mir: “Schön, dass ich auch was davon weiß.”
Es gab Zeiten, da konnte ich mir nicht einmal die Hose, geschweige denn die Schuhe anziehen. Am 30.6.21 wurde ich dann nach fünf Wochen entlassen. Und dann ging es weiter.
Erstens war ich einmal damit konfrontiert, am Tag 16 Tabletten einzunehmen, dann musste ich der Krankenkasse erklären, warum ich so lange im Krankenstand war. Von der Pensionsversicherung wurde ich beim Antrag auf Reha-Geld abgelehnt mit der Begründung, dass ich arbeiten gehen kann. Ich will ja arbeiten gehen, aber das geht bis heute nicht wirklich.
Nach 14 Monaten wurden dann auch die Kortison-Tabletten abgesetzt, was auf der einen Seite gut war wegen dem Zuckerspiegel, den ich selbst mit Insulin nicht unter Kontrolle brachte. Auf der anderen Seite begannen dann wieder meine Schmerzen in den Beinen und zwar genau dort, wo ich Schmerzen hatte, als ich diese Rhabdomyolyse (Muskeluntergang) hatte.
Die meisten Ärzte wollten oder konnten mir nicht helfen. Dann gab es Ärzte, die andauernd die Beinmuskeln untersucht haben, aber keine die Nervenfasern. Irgendwann habe ich dann eine junge Neurologin kennengelernt, die sich das einmal genauer ansah und schon den Verdacht hatte, dass ich Nervenschäden habe und zack – sie lag richtig.
Anhand einer SUDOMotor-Untersuchung kam das Ergebnis heraus, dass meine kleinen Nervenfasern ein Problem haben (Small Fiber Neuropathie) und höchstwahrscheinlich eine Reaktion auf die Diabetes, die ich meiner Meinung nach von der Rhabdomyolyse bekam.
Nebenbei ist jetzt klar, dass auch mein Herz ein Problem abbekam, das aber gerne abgestritten wird (hochgradige Aortenklappenstenose und eine erweiterte Aorta zwischen Brust und Zwerchfell) und es kommt wahrscheinlich in den nächsten Monaten zu einer OP.
Wie es jetzt mit der Small Fiber Neuropathie weitergeht, weiß ich bis heute noch nicht, da es zwar Stromtherapien gibt, aber diese Art von Stromtherapie (Hochton) bezahlt keine Krankenkasse und so ein Gerät kostet bei uns in Österreich zwischen 2500 und 4000 Euro.
Ich habe versucht, mit Gabapentin, Pregabalin und Venlafaxin die Schmerzen zu lindern, aber das hilft mir nicht wirklich.
Fakt ist aber: Ich habe zu keinem Arzt mehr Vertrauen und zur restlichen Gesellschaft auch nicht mehr, weil ich seit dem Vorfall merke, wie Menschen wirklich sein können.